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Noch vor Anbeginn unserer Zeit kannte unser Universum nur den einen Pharao, dessen Herrschaft und Untergang von göttlichen und übernatürlichen Mächten begleitet waren. Der Name dieses Pharaos wird sogar in unserem gespaltenen Universum mit einem ehrfürchtigen Schaudern von all seinen nachfolgenden Pharaonen erwähnt: Ra. Wenn man den überlieferten Worten Glauben schenken kann, so ist sein damals strenges aber gerechtes Herz am Tod seiner wunderschönen Frau Sheherazade zerbrochen, die ihm sein einsames und allmächtiges Leben als einziger Herrscher des Universums und alleiniger Herr der Sternentore erträglich gemacht hatte. Nachdem sie ihm den lange ersehnten Thronerben geschenkt hatte, haben die altägyptischen Gottväter sie zu sich gerufen und ihn hilflos seiner Verzweiflung über ihren Verlust ausgeliefert. Alles, was ihm blieb, war sein Sohn Djammis, den er fortan mehr als sein eigenes Leben behütete. Dennoch wurde er bei jedem Blick in dessen dunkle Augen an seine geliebte Sheherazade erinnert. Er war trotz seiner grenzenlosen Macht dazu verdammt, nie wieder seeligen Frieden zu finden. So verlernte sein Herz zu lieben und gerecht über sein allumfassendes Volk zu herrschen. Weil er wehrlos gegen die Willkür unserer altägyptischen Götter war, strafte er sein Volk, indem er sie seine Übermacht in grausamster Art spüren ließ: Er erhöhte die Abgaben, ließ leichtfertig Todesurteile fällen und kümmerte sich nicht um das Wohl seines Volkes, sondern nur um sein eigenes. Aber auch alle Schätze, die er seinem Volk raubte, und alle Strafen, mit denen er sie seine nahezu göttiche Macht spüren ließ, sollten ihm kein Glück mehr schenken. Es waren seine engsten Vertrauten, die sich gegen ihn verschworen, um das Leid des Volkes zu lindern. In ihrer Not entschied sich Raoûl des Pharaos Sohn Djammis zu entführen. Er übergab den zweijährigen Jungen der Obhut seiner Schwester Neshúm. Bei seiner Rückkehr durch eines der wenigen Sternentore, die Pharao Ra nicht seinem alleinigen Willen unterworfen hatte, erpressten er und einer seiner treuen Verbündeten Pharao Ra: Wenn er seinen Sohn jemals wiedersehen wollte, so musste er zu einer gerechten und gütigen Herrschaft zurückkehren - andernfalls werde er Djammis niemals wieder sehen und dieser werde nie erfahren, wer wirklich sein Vater war. In seinem unbeherrschbaren Zorn erschlug Pharao Ra die beiden mutigen Männer. Von seiner grenzenlosen Macht überzeugt ließ er seine Soldaten alle Behausungen auf allen Planeten unseres Universums nach seinem Sohn durchsuchen. Allerdings sollte ihm nie ein Soldat seinen geliebten Sohn zurückbringen, der alles war, was ihm von seiner Sheherazade geblieben war. Weil die brutale Suche seiner Soldaten unzählige Opfer forderte und weil diese zahlreiche junge Knaben zu ihrem Pharao brachten, erhoben sich die Mutigsten seines Volkes zum Aufstand gegen ihn, obwohl sie befürchten mussten, gegen einen Gott anzutreten. Es waren ihre Führer, die sich selbst zu Pharaonen und somit zu seinen Widersachern ernannten. Trotz ihres ewigen Treueids konnten Pharao Ras Soldaten schon bald nicht mehr im eigenen Volk morden und verrieten ihn. Aber auch des Pharaos Feinde, deren Zahl stetig wuchs, waren sich untereinander nicht einig. So versank unser Universum in einem Krieg der Pharaonen, die Ra dennoch nicht zu bezwingen vermochten. Nach nahezu endloser Zeit des Mordens und des Krieges suchte ein junger Mann Pharao Ra auf. Ra erkannte ihn als Raoûls jüngsten Bruder Ferres. Als dieser vor sein Angesicht trat, teilte er ihm mit leerem Blick mit, dass seine Suche vergebens sei. Sein Sohn Djammis sei bereits vor einigen Monaten von den Soldaten des Pharao selbst bei ihrer grausamen Suche ermordet worden. Sie haben nicht nur den verborgenen Thronfolger ermordet, sondern auch dessen Ziehmutter Neshúm. Wenn Ferres Worte der Wahrheit entsprechen, so ist Pharao Ra nach dieser Nachricht mit einem Mark erschütterndem Schrei zu Boden gesunken. Der Schmerz und die Schuldgefühle, den Tod seines einzigen so sehr geliebten Sohnes herbeigeführt zu haben, ließen ihn zu Füßen des Mannes sterben, der auch seinen Sohn zu Grabe getragen hatte. Kaum hatte der Pharao seinen letzten Atemzug ausgehaucht, brach der Himmel auf und ein gleißender Lichtstrahl traf seinen Leichnam. Das Licht war so hell, dass Ferres für einen kurzen Augenblick erblindete. Als er mit dem Erlöschen des Lichtes wieder sehen konnte, war der tote Körper des gefallenen Pharaos verschwunden. Bis heute sind die Gelehrten davon überzeugt, dass Pharao Ras Seele durch dieses übernatürliche Licht aus dem himmlischen Reich der Götter verbannt wurde und fortan dazu verdammt war, rastlos durch die Sternentore des Universums zu streifen. Seitdem stehen die selbst ernannten Pharaonen stets im Krieg miteinander, um ein Reich zu errichten, das dem von Ra ebenbürtig sei. Unser Universum wird erst dann Frieden finden, wenn es einen Herrscher gibt, der nicht von Macht sondern von Gerechtigkeit getrieben den Thron Ras wieder besteigen wird. Aber wer wird dieser gerechte und von den altägyptischen Göttern gesandte Pharao? Seid Ihr es? |